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Ausgabe Februar
Heft 01/2003
Leider vergriffen!
Kreuzzüge - Tradition und Moderne
Bei den Kreuzzügen handelt es sich keineswegs um militärische Unternehmen, bei denen bis an die Zähne bewaffnete Armee marschierten. Realiter waren sie Pilgerfahrten, die von Bewaffneten begleitet wurden, und aus einem permanenten Kommen und Gehen von Menschen unterschiedlichster Herkünfte und Ansichten bestand. Neben dieser Schwerpunktsetzung them... mehr
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Hans H. Pöschko
Wallfahrt und Waffentat
Kreuzzüge in Mittelalter und Gegenwart
11. September 2001. Verkehrsflugzeuge zerstören die Türme des World Trade Centers in New York, ebenso werden große Teile des amerikanischen Verteidigungsministeriums dem Erdboden gleich gemacht. Schon bald zeichnet sich ab, dass dies keine Unfälle sondern Terroranschläge der El-Kaida-Organisation und ihres Führers Osama bin Laden waren. Fassungsloses Entsetzen über diese Terrorakte breitet sich im Westen aus. Der plakative Begriff vom „Kreuzzug" gegen den Terrorismus ist rasch geprägt. Osama bin Laden dagegen wirft „dem Westen vor, einen Kreuzzug gegen die moslemische Welt zu führen“ (www.netscape.de - News vom 27.12.01). Seitdem scheinen die Kreuzzüge wieder ein aktuelles Thema der Geschichte und des Geschichtsunterrichts zu sein.
Fach: Geschichte
Wolfgang Hasberg
Zwischen Tagebuch und Propaganda
Ein Normanne berichtet vom 1. Kreuzzug
In Geschichtsschulbüchern treten erzählende Quellen aus dem Mittelalter auf wenige Sätze verkürzt als Tatsachen-, Ereignis- oder Zustandsberichte auf. Dabei kann eine gattungsgerechte De-Konstruktion bereits Schüler der Sekundarstufe I erkennen lassen, dass historische Erzählungen, dass Geschichte(n) stets das Denken oder Handeln bestimmter Adressaten in einer bestimmten Situation durch den Rekurs auf die Vergangenheit in eine bestimmte Richtung beeinflussen wollen. Der Bericht eines unbekannten Normannen über die Einnahme Antiochias im 1. Kreuzzug soll unter diesen Geschichtspunkten reflektiert werden.
Fach: Geschichte
Ingeborg Braisch
„Das Unheil aus dem Westen“
Die Kreuzzüge aus der Sicht der Muslime
In der Auseinandersetzung zwischen der muslimischen und der westlichen Welt hat das Phänomen der Kreuzzüge eine deutlich gegenwartsbezogene Relevanz bekommen. „Kreuzzug" und „Kreuzritter“ sind auf beiden Seiten zu Reizwörtern geworden. Dieser Beitrag untersucht, wie die Muslime im Mittelalter die Invasion der Kreuzritter einschätzten, und zeigt, wie bei ihnen das Feindbild vom Westen entstand.
Fach: Geschichte
Armin Hemberger
„Dreimal war sie zum heiligen Grab gezogen...“
Frauen auf Kreuzzügen und im Heiligen Land
Die Kreuzzüge sind als riesige Pilgerbewegungen ein Phänomen des Mittelalters, in dem Frauen eine außerordentlich wichtige, von vielen übersehene Rolle spielen - als Pilgerinnen, Nonnen, Äbtissinnen, Regentinnen, weibliche Soldaten, Logistiker, Ärzte, Techniker, Sanitäter, Spione, Makler, Landwirte und Kauffrauen. Ohne sie sind Kreuzzüge und Kreuzfahrerstaaten nicht denkbar. In den Chroniken und Urkunden leuchten ihre Silhouetten auf, oft genug auch jene Schicksale, die in Tod, Sklaverei und aufgezwungener Prostitution münden.
Fach: Geschichte
Manfred Michael
Ein Kreuzzug, der kein Kreuzzug war
Kaiser Friedrichs II. friedlicher Einzug in Jerusalem (1228/29)
Gewalt und Krieg bestimmten das Bild, das sich die lateinische Christenheit im 13. Jahrhundert vom Nahen Osten, von Jerusalem zumal, machte. Damals wie heute schien ein Frieden in dieser Region unerreichbar. Dass es Friedrich II. gelingen würde, Jerusalem und das Heilige Land kampflos für die Christen zurückzugewinnen, konnte niemand erwarten, als er 1228 mit einem nicht sonderlich starken militärischem Aufgebot zum fünften Kreuzzug nach Palästina aufbrach, noch dazu als Gebannter, der gegen den Willen und das Gebot des Papstes handelte. Wie konnte eine gewaltfreie Konfliktlösung mit den Muslimen zustande kommen?
Fach: Geschichte
Gisbert Gemein
Kreuzzugsidee und Gihad im 20. Jahrhundert
Über die Modernität mittelaterlicher (Kriegs-)Ideologien
Die Begriffe „Kreuzzug“ und „Gihad“ erfreuen sich in der Gegenwart größter Verwendungsbeliebtheit; kaum ein kriegerisches Unternehmen sowohl von westlicher als auch islamischer Seite bekommt in der politischen Agitation nicht das Prädikat „heilig“ verliehen und sogar die Werbung bedient sich unbefangen der Kreuzzugsmetapher. Eine solche moderne Instrumentalisierung der Begriffe erfasst allerdings kaum die mittelalterlichen Bedeutungsursprünge. Die ideengeschichtliche Analyse der historischen Wurzeln ist jedoch unabdingbar, um die globalen Ausmaße der gegenwärtigen fundamentalistischen Strömungen einordnen zu können.
Fach: Geschichte
Stephanie Harkcom
Chris de Burgh: Crusader / Der Mythos Kreuzzug im Lied
Bis in die Gegenwart reicht der Mythos des edlen und tapferen Kreuzritters. Ein entscheidender Grund für diese Geschichtsverfälschung liegt in der Quellenlage: Die Taten der Kreuzritter wurden in Europa als verdienstvolle Leistungen gefeiert und entsprechend künstlerisch dargestellt, kritische Bilder oder Quellen liegen kaum vor. Chris de Burghs Song „Crusader“ liefert einen geeigneten Einstieg, die Schülerinnen und Schüler in einer bilingualen Geschichtsstunde für den Umgang mit der Thematik zu sensibilisieren.
Klaus-Peter Kirstein
Das hat Geschichte gemacht
Pilgerschutz und Hospitalfürsorge
Die Geschichte der Geistlichen Ritterorden und der Kreuzzüge hat einen gesamteuropäischen Charakter, der durch die Auseinandersetzung mit dem Islam zugleich über den europäischen Kulturkreis hinaus verweist. Zudem stehen die Beschäftigung mit den Kreuzzügen und den Ritterorden in einem internationalen Beziehungsgeflecht, insofern die mit ihrer Geschichte verbundenen aktuellen Probleme - von der Nahost-Krise bis zur europäischen Integration zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Fach: Geschichte
Klaus Fieberg
Praxis Extra
Das „Himmler-Projekt"
„Das Himmler-Projekt“ ist der Titel einer filmischen Arbeit des Regisseurs Romuald Karmakar, die u. a. mit dem „Adolf Grimme-2002“ ausgezeichnet wurde. Über die Dauer von dreieinhalb Stunden liest der Schauspieler Manfred Zapatka den vollständigen Text eines der bedeutendsten und für die innere Verfassung des Dritten Reiches wichtigsten Dokumente aus der Zeit der NS-Herrschaft.
Dieser Praxis-Beihefter möchte dazu anregen, dieses interessante Beispiel einer filmischen Dokumentation im Geschichtsunterricht zu erproben.
Fach: Geschichte