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Ausgabe Juni
Heft 03/1998
Leider vergriffen!
Naher Osten - ferner Frieden?
Israel wird fünfzig, und keiner hat Lust, eine Geburtstagsparty zu feiern. Dass die arabischen Nachbarn abseits stehen und dem 14. Mai 1948 als Beginn von "al nakba", der Katastrophe von Flucht, Vertreibung, Unterdrückung und Elend gedenken, liegt nahe. Diese Praxis Geschichte-Ausgabe thematisiert und problematisiert die Entstehung des Nahost-Konfl... mehr
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Moshe Zimmermann
Die Wende in der israelischen Gesellschaft
Eine "post-zionistische" Interpretation
Der Zionismus, die staatstragende Ideologie Israels, ist fünfzig Jahre älter als der Staat Israel
selbst. Er entstand gegen Ende des 19. Jahrhunderts als Reaktion auf die nationale Herausforderung in Europa: Juden versuchten sich im nationalgesinnten Europa als Angehörige einer
jüdischen Nation, nicht als Religionsgemeinschaft
zu definieren. Dieser Essay versucht den langen, noch nicht abgeschlossenen Weg der Juden zu einer
Nationenfindung aufzuzeigen.
Fach: Geschichte
Azmi Bishara
Der Friede Israels ist der Friede Palästinas?
Das Palästina-Problem entstand im Kontext der britischen Kolonialisierung des arabischen Orients. Es erreichte einen ersten Höhepunkt in der Ära der Entkolonialisierung, also in einer Periode, in der andere Völker in der Region ihre Unabhängigkeit erlangten. In diesem Zeitraum wurde das palästinensische Volk vertrieben und verlor sein Heimatland. Damit war das Palästina-Problem zur Flüchtlingsfrage transformiert. Die Palästinensische Nationale Befreiungsbewegung wurde erst mit der Gründung der PLO im Jahre 1964 wiederbelebt. Erst jetzt stand die Palästina-Frage als Problem der politischen und nationalen Existenz des palästinensischen Volkes auf der internationalen Bühne. Geschichte des Staates Israel aus der Sicht eines palästinensischen Israeli verfasst.
Fach: Geschichte
Martin Thunich
Das ungeliebte Jubiläum
Überlegungen zu der Konzeption des Heftes
Israel wird fünfzig, und keiner hat Lust, eine Geburtstagsparty zu feiern. Daß die arabischen
Nachbarn abseits stehen und dem 14. Mai 1948 als Beginn von „al nakba“, der Katastrophe von Flucht, Vertreibung, Unterdrückung und Elend, gedenken,
liegt nahe. Vorschläge/Anregungen zum Unterrichtseinsatz, Zeitleiste.
Fach: Geschichte
Martin Thunich
Masada - ein Mythos bröckelt
Eingezwängt zwischen der judäischen Wüste und dem Westufer des Toten Meeres ragt ein mit Ruinen übersätes Felsplateau empor. Jährlich besuchen Hunderttausende diesen Schauplatz, an dem vor mehr als neunzehn Jahrhunderten etwa eintausend jüdische Kinder, Frauen und Männer den kollektiven Selbstmord der römischen Sklaverei vorgezogen haben sollen. Masada wurde zum Symbol israelischer Selbstbehauptung gegenüber einer feindlichen Übermacht. Entstehung und Bedeutung dieses Mythos für die israelische Gesellschaft zeigt dieses Unterrichtsmodell.
Fach: Geschichte
Helga Baumgarten
Zwei Völker - Zwei Staaten
Israel und Palästina
In diesem Jahr feiern die Israelis das erste große Jubiläum ihres Staates: 1948, also vor genau fünfzig Jahren, proklamierte David Ben Gurion die Unabhängigkeit eines jüdischen Nationalstaates
in einem Teil des Territoriums des britischen Mandatsgebietes Palästina. Damit war, knapp ein
halbes Jahrhundert nach dem ersten Zionistischen Kongreß in Basel, der Traum von Theodor Herzl Wirklichkeit geworden.
Die Festvorbereitungen laufen
aber nicht so, wie sich Herzl oder
Gurion das gewünscht hätten:
der Staat Israel steckt tief in
einer ideologischen Krise.
Fach: Geschichte
Angelika Rieber
Jerusalem - Hauptstadt zweier Völker?
Darstellung der Bandbreite zwischen Konfrontation und Plänen der Koexistenz in bezug auf diese über dreitausend Jahre alte Stadt.
Fach: Geschichte
Bernd Kilpert
Der neue Mensch in der Krise
Die Kibbutzbewegung an der Schwelle zum 21. Jahrhundert
Dieses Unterrichtsmodell stellt die Entwicklung einer einmaligen sozialrevolutionären Lebensform
vor, die auf Freiwilligkeit, materieller Gleichheit und Basisdemokratie beruht und in einer
marktwirtschaftlich orientierten Umwelt offen für äußere Einflüsse ist. Am Beispiel des Kibbutz
Yad Mordechai werden gesellschaftlich und politisch bedingten Veränderungen innerhalb der Kibbutzbewegung deutlich.
Fach: Geschichte
Harald Neifeind
Wasser ist Leben
Knappe Wasserressourcen im Nahen Osten zwingen zum Frieden
Der reichliche Gebrauch von Wasser ist für uns in Deutschland selbstverständlich. Ob als
Lebensmittel, ob zum Waschen, im Garten, in der Landwirtschaft oder in der Industrie, überall
brauchen wir Wasser, es ist ausreichend vorhanden. Über einen Satz wie „Wasser ist Leben“, so das Motto des Welternährungstages
1994, müssen wir nicht nachdenken. Drehen wir den Gedanken um, so lautet er: „Kein Wasser ist Tod“. Darum aber geht es in Ländern, die nicht über ausreichend Wasser verfügen: um Leben oder Tod.
Fach: Geschichte
Jörg Bremer
Vereinzelt, unpolitisch, einander fremd
Jugendliche in Israel und Palästina
In diesem Unterrichtsmodell kommen palästinensische und israelische Jugendliche zu Wort, die in sich feindlich gegenüberstehenden Welten aufgewachsen sind. Diese jungen Menschen
kennen weder die Sorglosigkeit unseres Alltags noch den uns so selbstverständlichen Frieden.
Fach: Geschichte
Uta Klein
Frauen im Nahen Osten - zwischen Tradition und Moderne
Hinter den großen politischen Persönlichkeiten wie Yitzhak Rabin und Yassir Arafat, die per Handschlag im September 1993 in Washington ihre Friedensbereitschaft bekundeten und die Weltöffentlichkeit in Erstaunen versetzten, verschwinden die Realitäten und politischen Beiträge von Frauen fast immer. Häufig sieht die Geschichte aus der Perspektive von Frauen anders aus als in Geschichtsbüchern wiedergegeben. Dieser Beitrag bietet einen Einblick in das Leben israelischer und palästinensischer Frauen, der über die Stereotype der emanzipierten Soldatin (Israel) und der verschleierten Unterdrückten (Palästina) hinausgeht.
Fach: Geschichte
Beatrix Adler
Auf Spurensuche
Zeig' mir, was du auf dem Kopf trägst, und ich sage dir, was im Kopf steckt.
Kopfbedeckungen im Nahen Osten
"And if you take a hundred, the price will still be 20 shekel!" – Der palästinensische Händler in seinem vollgestopften Laden in der Jerusalemer Altstadt weiß, wie man mit Touristen umzugehen hat. Sein Preis für die „Kuffiya“, das als Souvenir bei Israelreisenden so beliebte Palästinensertuch, steht fest – Handeln oder ein Rabatt beim Kauf mehrerer Tücher ist für ihn indiskutabel. Preisunterschiede gibt es bei der Qualität des Stoffes, Synthetik ist billiger als Baumwolle. Auch der letzte zaghafte Versuch, daß dieses Tuch beim Händler um die Ecke
doch 5 Schekel billiger sei, führt nicht zum Erfolg. Die Stoffqualität sei schlechter, die Verarbeitung nicht so sorgfältig, und überhaupt könne man ja dort kaufen. Kuffiya und Kippa: Vergleich der kulturgeschichtlichen Fakten über die Kopfbedeckungen der Palästinenser und Juden.
Fach: Geschichte
Nazmi Al-Jubeh
Das hat Geschichte gemacht
HEBRON - Leben und Überleben in einer geteilten Stadt
Schon seit Jahren steht die etwa 30 km Luftlinie südlich von Jerusalem gelegene Stadt Hebron im Brennpunkt des israelisch-palästinensischen
Konfliktes. Obwohl Hebron eine Kultstätte für Juden und Moslems sein könnte, hier ruht der gemeinsame Urahn Abraham, ist seit der Besetzung der Westbank 1967 durch Israel die
Geschichte der Stadt und ihrer Bewohner von Gewalt und Gegengewalt begleitet. Und es
scheint, daß kein Ende dieser Gewaltspirale zu erwarten ist.
Fach: Geschichte
Claudia Hermes / Ulrich Wisser
Geschichte vor Ort
Der Nahe Osten im Internet
Elektronischer Basar der Informationen
Das Internet gleicht einem orientalischen Basar in der Betriebsamkeit ebenso wie in der Unübersichtlichkeit. Es gibt alles, im Gegensatz
zum Basar meist sogar kostenlos – nur muß man es mühsam suchen. Das politisch-gesellschaftliche
Spektrum reicht vom Golansiedler bis zu extremistischen Hamas-Anhängern. Das Angebot ist nicht ausgewogen, aber dafür bekommt der
Internetbenutzer einen Eindruck von der Spannweite und Vielschichtigkeit des Nahen Ostens.
Fach: Geschichte